MacBook Pro auf den zweiten Blick

Nach nunmehr fast zwei Wochen mit dem neuen Rechner wage ich eine kleine Zusammenfassung meiner bisherigen Erfahrungen:

MacBook Pro von oben

Als Minuspunkt gleich vorneweg: Genau wie damals bei meinem PowerBook war das gelieferte Gerät erstmal defekt. Das optische Laufwerk hat manche Medien einfach nicht mehr ausgeworfen, erst nach 20-30 Versuchen und akrobatischem Überkopf- und Auf-die-Seite-Drehen hat es dann geklappt. Ein klarer Fall für die 14-Tage-Umtauschfrist. Der Umtausch verlief vorbildlich, die Apple Care und Apple Store Mitarbeiter waren supernett und kompetent. Das Austauschgerät war innerhalb von 3 Tagen da, sogar bevor das defekte abgeholt wurde. Zur Neuinstallation habe ich zum ersten Mal den Apple Migrations-Assistenten verwendet, was wunderbar geklappt hat. Sogar meine ergänzte Sudoers-Datei und meine Netinfo-Einstellungen wurden übernommen. Prima.

Äußerlichkeiten

Vom Äußeren her hat sich das Design gegenüber den PowerBooks nicht großartig verändert. Lediglich der Infrarot-Sensor und die iSight sind hinzugekommen. Die Airport-Antenne ist in das Scharnier des Displays gewandert, daher ist dort jetzt ein grauer Gummi-Streifen in das Aluminium eingelassen. Die von den PowerBooks her bekannten Plastik-Ohren an den Seiten sind nun nicht mehr vorhanden. Auffällig im Vergleich zu meinem 3 Jahre alten PowerBook ist die verbesserte Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Ich denke, das ist aber bereits seit späteren PowerBook Revisionen so.

Die Verarbeitung ist erste Sahne, das Display schließt absolut gerade. Beim ersten Gerät waren einige Tasten etwas schief und man sah auch kleinere Ungenauigkeiten beim Gehäuse. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum die CDs nicht ausgeworfen werde konnten. Ein Apple Care Techniker meinte, dass in einem solchen Fall das Laufwerk und die komplette untere Gehäuseschale ausgetauscht würden.

MagSafe

Fluppt ab und zu mal raus, wenn man auf dem Sofa sitzt und den Rechner neben sich stellen will. Aber sicher trotzdem eine sinnvolle Sache. Allein das Anschließen des Kabels wird durch den Magneten erleichtert, was ja auch schon mal schön ist.

iSight

Kein Feature, dass man unbedingt haben muss. Dennoch ist die Qualität der winzigen Kamera absolut gleichwertig zur normalen iSight.

Frontrow

Auch eher nice-to-have als lebensnotwendig. Aber durchaus praktisch und einfach gut gemacht. Habe ich aber auch noch nicht wirklich oft benutzt.

Display (Non-Glossy Variante)

Ich habe mich bewusst gegen den Glossy Screen entschieden, da ich denke, dass dies eher für den Privat-Gebrauch (DVDs und Filmchen schauen, Fotos, etc.) sinnvoll ist, beim Arbeiten aber eher hinderlich sein kann. Apple hat nicht gelogen, die Helligkeit ist wirklich beeindruckend. In Helligkeit und Farbsättigung liegen wirklich Welten zwischen meinem PowerBook und dem MBP.

PowerBook vs. MacBook Pro

In diversen Diskussionen zu den neuen Displays kann man nachlesen, dass Apple anscheinend eine Technologie einsetzt, die das Licht besser in eine ganz bestimmte Richtung bündelt, um eine größere Helligkeit zu erreichen. Nachteil der Angelegenheit ist ein verkleinerter Blickwinkel in vertikaler Richtung. Etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus noch aktzeptabel. Ein weiteres Problem ist das seit Veröffentlichung bekannte Bildschirmflackern. Es tritt allerdings nur bei der niedrigsten Helligkeitsstufe auf, die man ohnehin nie zum Arbeiten benutzt. Allerdings sollte man die Option “Helligkeit vor Aktivierung des Ruhezustands verringern” in den Systemeinstellungen deaktivieren.

Wirkliche Probleme hat mir das Kalibrieren bereitet. Die Default-Werte des Displays sind so verdreht, dass man mit Hilfe der Farbregulatoren des Color-Sync Tools von OS X nicht genügend Spielraum hat, einen neutralen Wert einzustellen. Nach langem hin und her hat es aber dann doch geklappt, indem ich gleichzeitig die Farbtemparatur leicht geändert habe.

Geschwindigkeit

Der Rechner rennt! Ich habe die 2,16GHz Variante mit 1GByte RAM und es ist ein Traum. Die Apple Programme fliegen, Safari öffnet sich nahezu ohne Verzögerung. Der Strandball des Todes kann fast in Rente gehen. Der sehr animationsgeladene Newsreader NewsFire war auf dem PowerBook unbenutzbar, wenn gleichzeitig neue Artikel runtergeladen wurden. Auf dem MBP kein Problem mehr. Die Benutzeroberfläche an sich fühlt sich ebenfalls merklich schneller an. Besonders auffällig ist der Geschwindigkeitszuwachs im Terminal, sogar Spotlight wird endlich benutzbar. Alles in allem vergleichbar mit einem Dual G5.

Rosetta

Photoshop (CS) ist mit Rosetta durchaus benutzbar. Läuft etwas schneller als auf meinem PowerBook (1GHz), bisher keine Probleme oder Abstürze. Word hingegen läuft spürbar träger. Außerdem habe ich ab und zu redraw-Fehler und andere kleinere Grafik-Anomalien festgestellt. Erstaunt war ich über Cubase, eigentlich das Programm, bei dem ich am meisten Probleme erwartet hatte, welches aber trotz Rosetta nun um einiges schneller läuft. Die bisher dagewesene Verzögerung bei der Darstellung der Lautstärkepegel ist fast völlig verschwunden. Den wirklichen Einsatz mit Plugins und Effekten muss ich allerdings noch testen. Aber bisher sieht es sehr gut aus.

Airport

Mit der Airport Verbindung hat das MBP noch ein paar Problemchen. Das kann man auch in zahlreichen Threads in den offiziellen Apple Foren nachlesen. Auch ich muss mich so ca. 1-2x am Tag komplett neu einklinken, obwohl ich laut Menuleistenanzeige verbunden bin. Ich hoffe, das wird noch durch ein Update gefixt. (Update: Seit dem 10.4.7er Update sind alle besagten Probleme verschwunden).

Betrieb

Das kurz nach Auslieferung der ersten MBPs bekannt gewordene Fiepsen (The Wining™) konnte ich bisher nicht feststellen. Ich habe aber auch eine recht neue Revision, bei der bereits ein neues Motherboard verbaut ist, das einige der Kinderkrankheiten behebt. Ab und zu hört man ein leises “Zisseln”, das aber genauso auch beim PowerBook auftritt. Die Festplatte ist kaum hörbar, der äußerst selten anspringende Lüfter ebenso. Die Hitzeentwicklung ist vergleichbar der des PowerBooks, man kann sich also durchaus die Beine braten, wenn man länger in einer entsprechenden Position arbeitet.

Firewire Platten und der Target-Disk-Mode funktionieren einwandfrei. Externe Festplatten müssen allerdings neu formatiert werden, wenn man von ihnen booten will (spezielle Partitionstabelle). Der Startbildschirm, wenn man nach dem Starten die alt-Taste gedrückt hält und der Target-Disk-Mode wurden optisch überarbeitet und passen nun endlich zum Rest des Betriebssystems.

Zum Weiterlesen:

PS: Wer ein 17 Zoll PowerBook (1GHz, 1GB RAM) kaufen möchte, kann sich gerne bei mir melden ;)

Veröffentlicht am 15.06.2006 um 05:57 Uhr
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Meine Damen und Herren…

MacBook Pro

… ab sofort sind die Beiträge in diesem Blog 5x so schnell.

Veröffentlicht am 03.06.2006 um 09:21 Uhr
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Introducing the Hyperscope Project

Everything Old is New Again, or, Why You Should Care About Computer History.

via: O’Reilly Radar

Veröffentlicht am 22.04.2006 um 07:39 Uhr
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Boys need toys

Pleiades Gehäuse

Da meine Sample- und Soundbibliothek so langsam die Grenzen meiner internen Festplatte gepsrengt hat, hab’ ich mir mal eine externe Firewire-Platte zugelegt. Und zwar die superschnelle und superleise SpinPoint SP1614N von Samsung. Eingepflanzt in ein superschickes und ebenfalls superleises Pleiades Gehäuse. Darauf läuft jetzt ein komplettes OS X System nur zum musizieren. Und das tut es ganz wunderbar, sogar schneller als von der internen Platte! Bezüglich des altbekannten Firewire 800 Problems unter Panther kann ich Entwarnung geben: Das Gehäuse ist bereits mit der neuesten Firmware ausgestattet und läuft einwandfrei. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass man die Platte nicht an den Firewire 800 Port hängen kann, wenn parallel am Firewire 400 Port meine m-audio Soundkarte läuft. Schaltet man beide Geräte in Reihe (Firewire 400) läuft alles prima. Der m-audio Support meint dazu folgendes:

FireWire Festplatten werden mit höchster Priorität vom Betriebssystem behandelt und die Problematik ist ein Bus-Problem, die FW410 “verhungert” was Daten angeht. Wir arbeiten bereits an einem Treiberupdate, es ist aber im Moment Handarbeit, gegenüber den einzelnen FW800 Geräten die Priorität zu erhöhen. Damit riskiert man aber immer Kernel-Paniks wenn man hier zu viel fordert. Device Chaining funktioniert am FW400er Port weil dann die Festplatte nicht mehr bekommt als das was FW410 übrig lässt.

Ich bin jedenfalls ansonsten sehr zufrieden und hab mir deshalb gleich noch ein zweites Gehäuse gekauft, um mir einen weiteren großen Traum zu verwirklichen: Das wöchentliche Backup.

Veröffentlicht am 22.10.2004 um 21:56 Uhr
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PowerCore Compact

PowerCore Compact

Das PowerCore an sich ist ja schon ‘ne tolle Sache. Sieht schick aus und kann der CPU einige Last beim Berechnen von Echtzeit-Effekten von den Schultern nehmen. Seit September gibt es das PowerCore auch als etwas abgespeckte Compact-Version für mehr Mobilität. Noch viel toller finde ich allerdings die Demo Videos auf der t.c. electronic Website, aufgenommen auf der Musikmesse 2004 in Frankfurt. Unbedingt ansehen, der Typ ist einfach phantastisch.

Veröffentlicht am 13.10.2004 um 14:02 Uhr
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