Warum Vorankündigungen im Netz nutzlos sind

Verschwommenes Website Preview

Ein Phänomen, dass ich immer wieder beobachte ist, dass Firmen es nicht erwarten können, Ihren Internetbesuchern von der Arbeit am Relaunch und den in Arbeit befindlichen Neuerungen zu erzählen. Man zeigt kleine Ausschnitte des Interface, listet tolle Features auf, die den User in Bälde erwarten werden, diskutiert im Forum darüber und verspricht prominent auf der Startseite, dass es am Tage X endlich soweit sein wird. In meiner bisherigen Erfahrung als Webdesigner hat sich dies fast immer als schlecht erwiesen.

Ich denke, die Gründe für solche Ankündigungen sind durchaus nobel (den User am Prozess teilhaben lassen, ihn schon mal auf den Relaunch vorbereiten), sie haben aber für den User meist keinerlei Bedeutung. Was bringt es, von Funktionen zu wissen, die man (noch) nicht benutzen kann? Was bringt es, ein Interface zu sehen, das man (noch) nicht benutzen kann? Oft ist die Begründung, man könne den User ja nicht ins kalte Wasser schmeissen und müsse ihm die neue Funktionen Schritt für Schritt näher bringen. Was natürlich ein direktes Eingeständnis ist, dass das neue Interface schwer benutzbar ist und nur mit fremder Hilfe erlernt werden kann. Diese Lernphase darf jedoch nicht am echten Produkt geschehen, sondern muss vorher als trockene Theorieübung erfolgen.

Darüber hinaus ist es meines Erachtens ohnehin unmöglich, Wochen vor Fertigstellung einer Website, Informationen zu verbreiten, die die Website so zeigen, wie sie später sein wird. Eine Website ist kein Buch, aus dem man, während es gedruckt wird, schon mal ein Probekapitel als PDF veröffentlichen kann (welches exakt dem späteren Produkt entspricht). Hinzu kommt, dass die Vorabinformationen nicht nur ungenau sondern stets auch lückenhaft sein werden. Daher malt sich der User natürlich sein ganz eigenes Bild von den Dingen, die da kommen mögen. Dieses wird sich stets von der realen Seite unterscheiden. Man kann also davon ausgehen, dass die Erwartungen des Users in jedem Falle nicht eintreffen, sei die fertige Website auch noch so gut.

Eine weitere Enttäuschung wird der User auf jeden Fall erleben, weil der Termin des Relaunchs um mindestens zwei Wochen verschoben werden muss und die Seite am Stichtag (inklusive Relaunchbanner, das auf das heutige Datum hinweist) unverändert im alten Glanz erstrahlt.

Von daher: Lasst die Vorankündigungen sein und beschenkt den User nur mit Dingen, die er sofort benutzen kann. Über unerwartete Geschenke freut man sich mehr, als über solche, von denen man bereits zwei Wochen vorher wusste.

Veröffentlicht am 02.02.2009 um 22:12 Uhr
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Schriftenverwaltung mit Fontcase

Da Linotypes Fontexplorer X künftig nicht mehr als freie Version verfügbar ist und der kostenpflichtige Nachfolger (Fontexplorer X Pro) zumindest auf den ersten Blick nichts wirklich neues bietet, möchte ich euch Fontcase ans Herz legen, dass kürzlich in Version 1.0 erschienen ist.

Zusätzlich zu der aus anderen Schriftenverwaltungen bekannten Listendarstellung bringt Fontcase eine Darstellung ähnlich der Events in iPhoto mit. Jede Schrift wird direkt als Preview angezeigt, was einem das lästige Durchklicken einzelner Fonts erspart. Fontfamilien werden als Stapel angezeigt und können durch horizontales Überfahren mit der Maus (Skimming) einzeln angeschaut werden.

Fontcase

Des weiteren bietet Fontcase umfassende Vorschau-Möglichkeiten, man kann parallel mehrere Beispieltexte anlegen, mehrere Fonts auswählen und vergleichen und für alle Glyphen eine Detailansicht anschauen. Für Sonderzeichen kann man sogar direkt die entsprechende HTML-Entity in die Zwischenablage kopieren.

Auch zum Sortieren der Schriften bietet Fontcase eine Vielzahl von Optionen: So kann man neben normalen Kollektionen auch Tags und Ratings vergeben, Smart Groups anlegen oder Schriften anhand des Herstellers (Foundries) oder Designers finden. Auch überaus praktisch ist die Druckfunktion über die man für die ausgewählte(n) Schrift(en) eine Referenzseite mit unterschiedlichen Schriftgrößen und Einsatzmöglichkeiten ausdrucken kann.

Fontcase Print-Vorschau

Man merkt schon noch an manchen Ecken, dass die Software eine 1.0er-Version ist. Auch wünschenswerte Features wie z.B. Autoaktivierung fehlen noch. Dennoch lohnt sich meiner Meinung nach ein ausgiebiger Test, da es eine völlig neue Herangehensweise an Schriftenverwaltung ist. Sehr simpel und ohne viel Schnickschnack, was an Funktionen da ist glänzt aber durch Eleganz, Benutzbarkeit und Übersichtlichkeit. Momentan kostet Fontcase noch 35 €, später werden es 42 € sein.

Veröffentlicht am 31.01.2009 um 22:27 Uhr
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Introduction to WCAG2

Boagworld web design podcast: Introduction to WCAG 2 (miese Audioqualität aber durchaus sehenswert)

Veröffentlicht am 31.01.2009 um 13:22 Uhr
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Sequel Pro

Sequel Pro

Aus CocoaMySQL wird Sequel Pro. Ersteres war mir zu buggy, letzteres werde ich jetzt mal ausprobieren. (Sequel Pro ist ein Programm für OS X zum verwalten von MySQL-Datenbanken).

Veröffentlicht am 22.01.2009 um 13:11 Uhr
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Polaroid wird leben

Polaroid SX 70

So steht es zumindest in diesem Artikel . Letztes Jahr wurde die Produktion der Polaroid-Filme eingestellt, nun hat ein Liebhaber den Laden aufgekauft und produziert in Kooperation mit Ilford wieder Filme:

Dubbed “The Impossible Project”, the development of new film for Polaroid cameras launches today. Working with the Manchester-based black and white photography company Ilford, the machinery is in place to produce film of two exposure types, each compatible with both the classic SX-70 cameras popular with artists and the more modern 600 series.

Hurra, nun muss ich meine SX-70 doch nicht einmotten.

(via swissmiss)

Veröffentlicht am 19.01.2009 um 18:36 Uhr
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I can’t hear you we’re having an iPod party

iPod Party

Moss n Roy

Sie sind wieder da !

Veröffentlicht am 23.11.2008 um 19:37 Uhr
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Gmail ab sofort mit Themes

Google schert sich um Design, das ist neu! Mehr dazu im Gmail-Blog: Spice up your inbox with colors and themes.

Gmail mit Theme Schreibtisch

Gmail mit Theme Ninja

Veröffentlicht am 20.11.2008 um 07:24 Uhr
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Content-Aware Scaling in Photoshop CS4

Auch wenn ich es etwas übertrieben finde, dass man ein Jahr nach der Creative Suite 3 schon wieder knapp 1000 € für ein Upgrade zahlen soll (was ich vermutlich nicht tun werde), gibt es doch ein Feature im neuen Photoshop, was sehr beeindruckend ist: Content-Aware Scaling. Schon vor ein paar Monaten geisterte eine Demo dieser Technik durchs Netz. Beim CAS werden nicht wie beim normalen Skalieren einfach gleichmäßig Bildinhalte herausgenommen, sondern eine intelligente Analyse des Bildes sorgt dafür, dass unwichtige Inhalte rausfallen und wichtige, wie z.B. Personen, erhalten bleiben.

Links: normales Skaling, rechts: content aware scaling

links: normales Skalieren, rechts: Content-Aware Scaling

Eine ausführliche Demonstration der Funktion in Photoshop CS4 kann man sich in diesem Video anschauen. Beeindruckend. Fehlt nur noch die Implementation dieser Technik im Browser und komplett elastische Layouts ohne Informationsverlust werden Wirklichkeit.

Veröffentlicht am 30.09.2008 um 20:53 Uhr
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MacBook-Pro(blem) reloaded

Die Qualitätsprobleme bei meinem MacBook gehen weiter: Letzte Woche hat sich das Kabel am MagSafe-Adapter gelöst, so dass blanke Drähte zum Vorschein kamen. Im Fachjargong nennt sich das Zugentlastungsschaden und das Netzteil wird auch außerhalb der Garantie von Apple kostenlos ersetzt. Das schöne an der Sache: Das neue Netzteil ist jetzt wieder kleiner, ich muss also nicht mehr diesen Riesenschinken mit mir rumschleppen.

magsafe-Adapter

Der Übersicht halber fassen wir die Probleme seit Kauf noch mal kurz zusammen:

Veröffentlicht am 24.09.2008 um 11:29 Uhr
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Merlin lebt

Nein, ich wiederhole nicht, dass Adobe die Creative Suite 4 angekündigt hat, sondern gebe lieber einen Tipp für die Praxis weiter: Man klicke mit gedrückter Alt-Taste auf den Menueintrag “Palettenoptionen” im Ebenen-Menu von Photoshop und schon taucht folgendes Fenster auf:

Fenster in Photoshop mit Merlin-Illustration und Button zum wegklicken

Erfreulich, dass solche Easter Eggs auch bei der Lokalisierung berücksichtigt werden. So viel Zeit muss sein.

Veröffentlicht am 24.09.2008 um 06:18 Uhr
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