Inquisitor und der Typ David Watanabe

In den letzten Tagen zieht sich ein Thema durch eine Vielzahl von Blogs: Inquisitor, die hochgelobte Suchfeld-Erweiterung für Safari zeigt für manche Suchbegriffe als zusätzliches Top-Ergebnis Affiliate-Links zu Amazon an, die dem Entwickler (sofern angeklickt) Geld einbringen. Diese tauchen nicht auf, wenn man direkt über Google sucht.

Kürzlich hat sich David Watanabe, der Entwickler von Inquisitor, in seinem Blog zu Wort gemeldet und versucht sich zu verteidigen: Seiner Meinung nach wäre dieses Verhalten Public Knowledge und für ihn sei dies ein eleganter Weg gewesen, das Plugin statt wie bis Version 2 als Shareware nun als Freeware anbieten zu können. Hört sich eigentlich ganz plausibel an, wobei mir dieses Verhalten bisher gänzlich unbekannt war, und David diese Aussage auch nicht durch weitere Informationen untermauert. Es scheint also zumindest so, als sei er nicht sonderlich frei mit dieser Information umgegangen.

Warum ich und auch viele andere aufgebracht sind, hängt meiner Meinung nach auch nicht mit Inquisitor und den Affiliate-Links zusammen, sondern mit der Person David Watanabe. Ich war bis vor kurzem noch passionierter Nutzer von NewsFire, welches ebenfalls von ihm programmiert wird. Während dieser Zeit habe ich ab und zu E-Mails zu bestimmten Themen (Bugs, Fragen, etc.) an ihn geschickt und wenn überhaupt stets arrogante und patzige Antworten bekommen (ähnliches konnte ich auch in vielen Blogposts der letzten Tage nachlesen). Zum Beispiel gibt es seit einiger Zeit lang den Bug, dass manche Hintergrundgrafiken von NewsFire nicht geladen werden. Auf eine detaillierte Fehlerbeschreibung von mir inkl. Screenshot kam inhaltlich die Antwort, dies sein ein Problem des Betriebssystems. Kein Guten Tag kein Auf Wiedersehen geschweige denn ein schön, dass Sie meine Software benutzen (Die E-Mail hier zu zitieren ist leider nicht möglich, da Herr Watanabe es vorzieht, seine E-Mails als confidential zu betiteln).

Zum Vergleich mal ein Auszug aus einer Mail der OmniGroup:

Maurice, Thanks for the feedback on the color; good point on the matching with the icon. (…) If you have any other questions or suggestions, please don’t hesitate to contact me. We really appreciate your support! Sincerely, (…)

Auch die Art und Weise, wie er die freie Version von XTorrent von der Pro-Version abgrenzt zeigt meiner Meinung nach, was für ein Typ David Watanabe ist. Nutzt man XTorrent in der freien Version werden Suchergebnisse per Zufall deaktiviert, so dass man sie nicht herunterladen kann. Zudem prangt ständig ein mahnendes HUD-Fenster mit Kauf-Mich-Link auf dem Bildschirm, dass einem zeigt, was für ein schlechter Mensch man ist, wenn man das Programm nicht kauft.

Sicherlich kann man wenig über den Mensch David Watanabe sagen, wenn man ihn nicht persönlich kennt, aber all diese Dinge lassen ihn schon in einer Wolke aus schlechtem Karma erscheinen. Und ich denke, genau das ist es, warum sich gerade jeder aufregt. Man traut diesem Typen einfach zu, die User seiner Software übers Ohr zu hauen. Inquisitor ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Als ich küzrlich mal wieder keine Antwort auf eine Mail bekommen hab, bin ich daher auch von NewsFire zu NetNewsWire und somit zu Brent Simmons gewechselt. Einem Typen, dem man gerne sein Geld für Software gibt.

Veröffentlicht am 09.01.2008 um 08:36 Uhr
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Kommentare

humpaaa

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Hmm. Was ich mich schon immer fragte: Was kann NNW besser als Vienna? :)

Julian Schrader

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Zur Person David Watanabe kann ich nichts sagen — was man jedoch in letzter Zeit über ihn hört ist jedoch haarsträubend und lässt in mir die Vorstellung einer verdammt arroganten Person reifen.

Ich bin auch der Meinung, dass ein eingeblendeter Amazon-Link zur Finanzierung in Ordnung ist — sicherlich wäre es jedoch schön, wenn der Nutzer das auch erfahren würde bzw. eventuell eine werbefreie Version freischalten könnte (siehe Twitterrific).

Ich werde Inquisitor weiter nutzen — mit dem Wissen von den Amazon-Links und dem Vorsatz, diese weniger häufig anzuklicken als das eventuell in der Vergangenheit geschehen ist. Denn hier findet eine Manipulation der Suchergebnisse statt um finanziellen Gewinn zu erzielen — und darauf nicht hinzuweisen, finde ich unverschämt.

Ansonsten arbeite ich glücklicherweise fast „Watanabe-frei“. NetNewsWire ist mein RSS-Client of choice.

Maurice

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Ich lese grade, dass NetNewsWire jetzt auch Freeware ist. Wenn man nach dem 09.12. gekauft hat, kriegt man sein Geld zurück. Da war ich leider 6 Tage zu früh dran grml.

Patrick

09.01.2008 um 08:36 Uhr

@humpaaa
Lad‘ dir doch einfach mal NNW runter, ist ja jetzt kostenlos, und importier deine Feed per OPML. Ich kann es jedem nur empfehlen und da es ja jetzt nix mehr kostet sollte das Grund genug sein einfach mal reinzuschauen.

Bevor ich NNW zu meinem Favoriten gemacht hab‘ wurden natuerlich alle anderen RSS-Clients angetestet, aber keiner hat die Flexibilitaet von NNW. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im Schnitt so an die 350 Feeds abonniert hab‘ und die einfach schnell verarbeitet werden muessen. ;-)

Greetings

humpaaa

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Hoi. Na das ist ja mal perfektes Timing. 8) Joa, NWW macht einen guten Eindruck. Auch wenn ich natürlich idiolgisch betrachtet OpenSource-Software einer geschlossenen Software vorziehe. :)

Maurice

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Die Situation um NNW sollte man aber zunächst mal im Auge behalten. Die Software frei verfügbar zu machen, geschieht ja nicht einfach so ohne Grund. Newsgator will Daten über die Lesegewohnheiten der User sammeln, vermutlich um irgendwelche Dienste damit zu füttern. In der neuesten Version gibt es eine Einstellung "Include attention data when syncing". Diese sollte man besser deaktivieren, wenn keine Daten an Newsgator übertragen werden sollen.

Patrick

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Ich hab‘ den Online-Service von Newsgator noch nie genutzt und werde es wahrscheinlich auch nicht, fuer was hab ich denn ein Laptop? Aber stimmt schon, die Programme sind nur kostenlos, weil Newsgator anscheinend mehr Kohle mit den Userdaten machen kann, als mit den Desktop-Clients an sich, aber zum Glueck wird man nicht dazu gezwungen seine Daten freizugeben.

Maurice

09.01.2008 um 08:36 Uhr

Ja, allerdings ist diese Option auch erstmal ungefragt aktiviert.

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