Ebay für Webdesigner

eBay Inferno

Ich muss mich grade mal derbe über Ebay echauffieren. Ebay, der Platzhirsch unter den Auktionshäusern, das Flaggschiff der New Economy und was weiß ich nicht noch alles. Wie kann es sein, dass ein Unternehmen, dass seit mehr als 10 Jahren erfolgreich und weltweit im Internet vertreten ist und zudem wahrscheinlich Trilliarden Umsatz macht, einen so unsäglichen Webauftritt haben? Zunächst aus Usability-Sicht gesehen ein reinstes Horror-Kabinett: Formulare, die zig mal die gleichen Sachen abfragen (So nach dem Motto: Möchten Sie nicht doch ein Galeriebild hinzufügen?). Die Suche einmal im Header und einmal direkt über dem Inhalt. Einzeilige Texte, die in 10 Pixel Schrift und der Farbe Grau über die gesamte Fensterbreite laufen. In Sachen Screendesign sieht es auch nich rosiger aus, die Seite sieht zerrissen und einfach nur uneinheitlich aus. Tausende von unterschiedlichen Button-Designs, mal als HTML-Submit-Buttons, mal als Bild, mal als ganz normaler Link. Typografisch bietet die Seite ein buntes Potpourri an Schriftstilen und -größen, da ist für jeden was dabei. Am meisten sträuben sich aber bei mir die Nackenhaare, wenn man sich die technische Umsetzung des Frontends anschaut. Dort findet man Steinzeit-HTML der allerfeinsten Sorte. Keine Doctype-Definition, seitenlange Javascripts mitten in den Inhalten, Tabellenlayouts bis zum Abwinken. Die Krönung ist für mich aber das Einbinden von Text als Bilddatei. Bei der Navigation kann man gerade noch drüber wegsehen, obwohl es bei der Einfachheit der Menupunkte auch überhaupt keinen Sinn macht, noch dazu weil die Schrift einfach in ungeglättetem Windows 95 Stil daherkommt. Noch Unverständlicher wird es allerdings, wenn ganz ordinäre Hinweistexte sich plötzlich als Bild entpuppen. Das lässt sich mit normalem Menschenverstand nicht mehr erklären.

Wenn mittlerweile sogar Seiten wie Yahoo auf modernes XHTML und CSS umsteigen, sollte man sich bei ebay wirklich mal Gedanken machen.

Veröffentlicht am 29.01.2005 um 22:54 Uhr
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