TextMate hat mich

Nur durch Zufall hab ich vor ein paar Tagen die Testversion von TextMate geöffnet, weil ich eine Ruby Datei von meinem werten Kollegen per Doppelklick geöffnet habe. Nun ja. Zwei Tage später hab’ ich das Programm gekauft. Ich hatte TextMate schon des öfteren mal getestet, wurde aber immer vom teilweise miserablen Textrendering abgestoßen. Textmate kann nur sehr schlecht mit proportionalen Schriften (Schriften ohne feste Breiten) umgehen. Wählt man zum Beispiel die Bitstream Vera Sans sieht der Quellcode wie folgt aus (zum Vergleich rechts daneben, wie es in BBedit aussieht).

Textmate Schriftenrendering im Vergleich mit BBEdit

In neueren Versionen weist TextMate netterweise darauf hin, dass man nur Monospace Schriften verwenden kann, was man beim Programmieren und Scripten aus praktischen Gründen ja eigentlich ohnehin machen sollte. Mit meiner (momentanen) Vorzugs-Schrift, der Vera Sans Mono, kommt Textmate auch prima zurecht. Und nach ein paar Testtagen war klar, dass ich das Ding kaufen will.

In der aktuellen Version sind bereits eine Vielzahl der sogenannten “Bundles” enthalten, die sprachspezifische Macros, Snippets, Templates, etc. beinhalten und einem das Leben als Webdesigner wirklich erleichtern.

Bundle Menu

Diese können entweder per Tastaturlkürzel, Tab-Trigger oder über ein Pulldown in der unteren Fensterleiste ausgeführt bzw. eingefügt werden. So kann man z.B. nach Einfügen eines Snippets mit der Tab-Taste durch verschiedene Stellen des eingefügten Codes springen, um dort Text zu ergänzen, z.B. id-Angaben und andere Attribute. Das geht sogar soweit, dass man einen Begriff per Tastenkombination in Tags einschließen kann und dann den Tagname eintippt und dieser wird im Anfangs- und Endtag gleichzeitig eingefügt. Die mitgelieferten Bundles können beliebig erweitert werden, ich habe mir zum Beisplie ein Snippet angelegt, bei dem ich nur “lorem” tippen muss und per Tab-Taste wird ein kompletter Blindtext-Paragraph eingefügt.

Wirklich nützlich sind auch die Projektverwaltungs-Funktionen. So kann man zum Beispiel eine Projektdatei anlegen und gezielt einzelne Dateien zum Projekt hinzufügen. Diese erscheinen dann in einem Drawer und können durch anklicken direkt in einem neuen Tab geöffnet werden. Möchte man ohne Projektdatei aber mit Drawer arbeiten, kann man einfach den Ordner, in dem sich das zu bearbeitende Projekt befindet auf das Textmate Icon ziehen und schon hat man alle Dateien in einer Baum-Ansicht zur Verfügung.

Nach mittlerweile einer Woche TextMate hab ich natürlich noch lange nicht alle Features ausprobiert, es bleibt also spannend.

Veröffentlicht am 25.11.2005 um 11:54 Uhr
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Kommentare

Heiko

25.11.2005 um 11:54 Uhr

Manchmal könnte man wirklich denken, ich nutze das "falsche" Betriebssystem ;o)