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Gestern stand ich ziemlich verdutzt an der Tankstellenkasse: Ich wollte dem Kassierer das Geld reichen, als er auf eine Öffnung in einem kleinen Kasten deutete und meinte: „Da rein, bitte!“ Ich las auf dem Kasten iCash, warf das Geld in die Öffnung und ein kleines Förderband lief los und schlotzte das Geld rein. Kurz darauf kam unten mein Wechselgeld raus. Beim rausgehen, musste ich mir echt das Grinsen verkneifen. Kann man sich für einen Kassierer etwas erniedrigerendes vorstellen, als nicht mal mehr das Bargeld annehmen zu dürfen? Heute hab ich mal kurz dazu gegoogelt und anscheinend verbirgt sich dahinter ein ausgeklügeltes System um Dieben das Handwerk zu legen. Das Geld wandert direkt in den Tresor und kann somit vom Kassierer nicht mehr an die Ganoven ausgehändigt werden. Trotzdem extrem albern.

Facebook ist toll, da kann man gemütlich zu Hause auf seinem Hintern sitzen und trotzdem (vermeindlich) die Welt verändern. Durch nur einen Klick wird man zum Umweltaktivisten (Uli ist der Gruppe Save the rainforest beigetreten), Klimaretter (Julia ist Fan von Stop Climate Change – Act now!) oder Bürgerrechtler (Horst ist der Gruppe Bedingungsloses Grundeinkommen beigetreten).
Ich glaube das ist es, was für viele die Faszination von Facebook ausmacht. Man muss nicht mehr auf die Straße gehen zum Demonstrieren. Man muss nicht in der Fussgängerzone stehen und Flugblätter verteilen. Man muss nicht mehr selbst anpacken, um Dinge zu verändern. Man kann einfach sein Gewissen beruhigen, in dem man Fan wird.
So kommt es mir zumindest manchmal vor.
Ab heute und nur hier: Linktipps angereichert durch ein Foto meiner Wahl!

Wäre es nicht toll, wenn man seine Bookmarks mit einem Verfallsdatum versehen könnte? Ich hab mir grade mal angeschaut, was ich bei delicious im Jahre 2006 so als Lesezeichen gespeichert hab und 90% davon sind einfach nicht mehr relevant (und seltsamerweise aber immer noch online). Da finden sich CSS-Vergleichstabellen für Selektoren-Unterstützung in unter anderem Netscape 4 und Internet Explorer 5 für Mac, Links zu coolen kostenlosen Pixelschriften für Flash, Templatesammlungen für Mambo und dazwischen immer mal wieder ein komplett toter Link. Wäre doch toll, wenn man beim Bookmark-Speichern gleich sagen könnte: “Diesen Link bitte in zwei Jahren automatisch löschen”. Der einzige Browser, der tote Links erkennt ist OmniWeb und der ist momentan selbst grade am aussterben.

So schön das Coding mit Espresso auch ist, einige aus TextMate bekannte Funktionen vermisst man schmerzlich. Glücklicherweise lässt sich Espresso recht gut selbst erweitern. Zum Beispiel mit Hilfe von Ian Becks Spice, welches dazu einfachen XML-Syntax und JavaScript verwendet.
Um ein paar der mir wichtigen Funktionen und Shortcuts auch in Espresso nutzen zu können, habe ich ein kleines Plugin (Sugar im Espresso-Jargon) zusammengestellt, dass folgende Funktionen beinhaltet:
- Zeile mit der nächsten zusammenführen (Join Line With Next)
- Auswahl duplizieren (Duplicate Selection)
- Zeile löschen (Delete Line)
- Zeile hoch- oder runterschieben (Move Line up/down)
Außerdem habe ich noch ein paar Snippets eingebaut, die ein experimentelles Autopairing ermöglichen (ausgewählten Text in Klammern oder Anführungszeichen einschließen bzw. Tab-Vervollständigung von Anführungszeichen und Klammern).
Mehr Infos und Downloadmöglichkeit: text.sugar auf github